Unser Projekttag „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 27.01.2017

Home / Unser Projekttag „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 27.01.2017 - 12. Februar 2017 , by jana

Am Freitag, den 27.01.2017, fand bei uns an der Wilhelm-Busch-Realschule ein Projekttag zum Thema „Schule ohne Rassismus“ statt. Alle Klassen setzten sich an diesem Tag auf verschiedene Weise intensiv mit der Thematik auseinander.

 

Im Folgenden sind die Ergebnisse aus den Klassen 10c und 10a aufgeführt:

Die Klasse 10c besichtigte Kölns „Stolpersteine“.

 

Ein Bericht von Elisa Martin, Klasse 10c:

Wir haben uns am Freitag, den 27.01.2017, morgens auf dem Vorplatz des Köln-Mülheimer Bahnhofes getroffen.

Von dort aus sind wir zu einem ersten Stolperstein gegangen. Auf den Stolpersteinen ( 56 alleine in Köln-Mülheim) war überall drauf geschrieben, wer dort und wann er dort gelebt hat. Auch wann die Person ermordet oder nach Ausschwitz oder in ein anderes Lager verschleppt wurde, konnte man dort lesen. Es ist schon traurig, dass dort so viele Menschen umgebracht wurden. In Köln-Mülheim waren dies nicht nur Juden, wie man teilweise an den Namen erkennen konnte, sondern auch mehrere Sinti und Roma gehörten zu den Ermordeten. Teilweise wurden ganze Familien deportiert, wie wir in der Formesstr. und Stöckerstr. lesen konnten. In der erstgenannten 6 Personen und in der zweiten 5 Personen mit dem gleichen nicht besonders häufigem Namen.

Am meisten erstaunt hat mich an dem Ausflug, als wir vor dem Haus standen, welches damals eine Synagoge und eine Religionsschule für jüdische Mülheimer Kinder war, denn das ist dann vom Vorstellungsvermögen doch was ganz anderes, als dass die Menschen dort nur gelebt und gewohnt haben. Ich kann mir vorstellen, dass in dieser Religionsschule nicht immer nur Frieden war.

Einprägsam fand ich noch unter anderem den Gedenkstein von Moritz Weissenstein auf dem evangelischen Friedhof, der am 01.01.1876 geboren wurde und am 07.10.1944 ermordet wurde. Moritz war der letzte westdeutsche Mitarbeiter des Vereins für Israel, der vielen seiner Leidensgenossen zur Flucht verhalf und letzten Endes selber im Judenlager Köln-Müngersdorf vom Hitler-Faschismus ermordet wurde. Er wurde auf dem ober genannten Friedhof beigesetzt.

An dieser Stelle wurden wir auch auf einen Ort der jüngsten Zeit, an dem gegen eine Menschengruppe Gewalt angewendet wurde, hingewiesen. Das Nagelbomben-Attentat in der Keupstraße, welches von einer rechtsgerichteten Vereinigung gegen unsere türkischen Mitbürger, die hier vorwiegend leben, verübt wurde.

Der letzte Punkt den ich noch gut fand, war der Gedenkstein oder Trauerstein im Mülheimer Stadtgarten. Denn dadurch, dass wirklich fast überall eine kleine Erinnerung ist, wird das Ganze nicht vergessen. Es war zwar schlimm, aber trotzdem kein Grund um zu vergessen.

Anhang 1 Anhang 2 Anhang 3 Anhang 4 Anhang 5 Anhang 6 Anhang 7 Anhang 8

 

Die Klasse 10a führte in diesem Rahmen zwei Projekte durch:

1) Interviews mit verschiedenen Flüchtlingen aus der Schule

2) Eine Wand mit Handabdrücken der ganzen Klasse gestalten

 

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Interviews:

„Denn Flüchtlinge sind keine Monster. Das sind auch nur Menschen die Sicherheit und Freiheit suchen.“

 

Frage 1: Warum seid ihr geflüchtet?

Afras:Ich bin wegen dem IS von meiner Heimat Shingal nach Dohuk geflüchtet . Die IS hat uns wegen unserer Religion vertrieben.

Bushra: …weil in meinem Land Krieg war und wir Angst hatten.

Imad: Ich bin wegen einem Bürgerkrieg geflüchtet.

Abdul: Ich bin mit meiner Familie vor der ISIS geflüchtet.

Frage 2: Wie war die Flucht für dich? / Was hast du auf der Flucht erlebt?

Afras: Schlimm. Ich bin mit dem Auto in die Türkei gefahren und von da aus mit dem LKW nach Deutschland.

Abdul:Ich bin mit meiner Familie aus Syrien in die Türkei geflüchtet. Dort waren wir 5 Monate. Von dort aus sind wir mit dem Flugzeug nach Marokko geflogen und haben 1 Monat dort gewohnt. Von Marokko sind wir nach Spanien und dann nach Aachen.

Bushra: Es war sehr schlimm, kein sicherer Weg… wir sind mit dem Boot gekommen und mitten auf dem Meer ist der Motor ausgegangen. Auf dem Boot waren keine erwachsene Leute sondern nur Jugendliche und keiner konnte den Motor reparieren. Später kam die griechische Polizei. Das war das Schlimmste an der ganzen Flucht. Weil wir nicht wussten, ob wir überleben oder sterben.

Imad: Beängstigend und mühsam.

Frage 3:Wer ist mit dir geflüchtet?

Afras: Ich bin mit meinem Onkel und meinem Bruder geflüchtet.

Abdul: Ich bin mit meiner Familie aus Syrien in die Türkei geflüchtet..

Bushra: Ich bin mit meinem Bruder geflüchtet.

Imad: Mit meinen Eltern und meinen 7 Geschwistern.

Frage 4: Warum sind deine Eltern nicht mit geflüchtet?

Bushra: Mein Vater lebt von meiner Mutter getrennt. Mein kleiner Bruder lebt bei meinem Vater in Syrien und mein großer Bruder bei meiner Mutter in der Türkei. Mein Vater wurde angerufen, da mein großer Bruder im Krieg dienen sollte, aber mein Vater wollte das nicht und meint, dass meine Mutter und er nach Europa flüchten sollten. Da meine Mutter eine bessere Zukunft für mich wollte, ist sie in der Nacht mit mir nach Syrien geflohen, sodass ich nach Europa fliehen musste.

Frage 5: Wo bist du zuerst untergekommen?

Bushra: Ich war erst in München, Bielefeld und Bonn bevor ich nach Köln kam.

Imad: Ich war als erstes in München dann Bielefeld, Brackwede, Düsseldorf und als letztes in Köln.

Abdul: Von der Türkei aus sind wir mit dem Flugzeug nach Marokko geflogen und haben 1 Monat dort gewohnt. Von Marokko sind wir nach Spanien und dann nach Aachen.

Imad: Mit dem Lkw von Irak-Erbil über Syrien und Türkei anschließend mit dem Boot nach Griechenland und dann nach Italien-Sizilien und dann im LKW Anhänger durch Österreich nach Deutschland-München

Frage 5: Wie hast du dich gefühlt, als du das erste Mal in Deutschland angekommen bist?

Abdul: Ein bisschen komisch, weil alle uns angeguckt haben.

Imad: Ich habe mich unwohl gefühlt und verschlossen. Außerdem hatte ich angst hier und vor anderen Leuten  ,denn davor war ich noch nie im Ausland und von heute auf morgen bin ich von Irak nach Deutschland gefahren.

Frage 6: Was passierte, als du in Deutschland warst?

Imad: Wir sind in einem Heim untergekommen

Abdul: Uns hat die Polizei die Reisepässe abgenommen und uns in ein Wohnheim nach Hamburg geschickt. Da waren wir ungefähr 15 Tage und dann sind wir nach Köln gekommen.

Frage 7: Wie war dein erste Tag an einer deutschen Schule?

Abdul:Gut, auch weil ich hier viele kurdische Freunde gefunden habe.

Frage 8: Wie gefällt dir Deutschland? Würdest du bleiben wenn der Krieg aufhören würde?

Imad: Ja klar würde ich hier bleiben und würde sogar gerne dem Land positiv dienen, denn hier hat die Freiheit und Sicherheit keine Grenzen, ein Land in dem es keine Diktatur herrscht und alles demokratisch abläuft

Afras: Deutschland gefällt mir sehr gut und ich würde gern hier bleiben.

Abdul: Gut, ja ich würde hier bleiben, weil es in Syrien kaum noch Schulen gibt und Universitäten, weil die alle zerstört worden sind.

Frage 9: Fühlst du dich hier sicher?

Afras: Ja, sogar sehr

Abdul: Ja, weil ich hier mit meiner Familie bin und hier noch einige Onkels habe, die Ärzte etc. sind.

Imad: Ja, ich habe mich noch nie sicherer gefühlt als in diesem Land.

 Frage 10: Was denkst du über den Krieg?

Imad: Ich denke, dass der Krieg nur eine Meinungsverschiedenheit und eigentlich unnötig ist, denn ich hätte fast meinen Vater durch einen Schuss in den Rücken verloren und bin froh, dass er es überlebt hat und ich wünsche es keinem auf dieser Welt.

Denn Flüchtlinge sind keine Monster. Das sind auch nur Menschen die Sicherheit und Freiheit suchen.

Wand

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